StadtgeflĂŒster, Vor der HaustĂŒr
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In 37.000 Schritten durch Berlin: 2 Familien, 5 Kinder, 3 Tage

Berlin Trabbi

Hier ist sie nun, meine versprochene Nachbetrachtung zu unserem Berlintrip. Vorab: es war wunderschön!!! Wir haben alles richtig gemacht 😉 (ein geflĂŒgelter Spruch zwischen uns Erwachsenen wĂ€hrend dieser Tage). Perfektes Wetter, perfekte Vorbereitung -> siehe Berlin is calling“, perfekte Unterkunft in perfekter Lage, bei der Anfahrt durch Berlin keinen Radfahrer mitgenommen (nicht so einfach fĂŒr uns Landeier).

Berlin

Schön schlafen

Inspiriert durch den Artikel „Berlin: Ein Wochenende mit Kind“ in der Nido Heft 2/2012, beziehen wir unsere beiden Appartements in Josty’s Brauerei. Wir sind begeistert!!! Mit 3 Ausrufezeichen. Die Wohnungen liegen in einem wunderschönen Innenhof in Berlin-Mitte auf dem Areal einer ehemaligen Brauerei – wie schon der Name sagt. Schön zentral, kiezig und dennoch ruhig. Unsere Ferienwohnung ist etwas kleiner (nicht klein), hat dafĂŒr aber eine Terrasse, bei dem Top-Wetter ein echter Mehrwert. Wir werden die Terrasse im Laufe unseres Aufenthaltes noch ausfĂŒhrlich nutzen. Im Innenhof befindet sich auch das Restaurant & Bar KatzOrange. Sieht sehr einladend aus. Hoffentlich fĂ€llt die Tage mal ein Cocktail ab.

Streifzug durch den Kiez und Einkauf im Rewe-Markt, welcher in der Ackerhalle beheimatet ist, wie wir spĂ€ter feststellen einen DER MĂ€rkte in Berlin. Die Ackerhalle war die erste stĂ€dtische Markthalle Berlins und ist heute die einzige, deren Äußeres sich noch im Originalzustand befindet. Hier macht sogar mir das Einkaufen Spaß.

Tag 1

Unsere Unterkunft liegt strategisch gĂŒnstig zwischen Nordbahnhof und U-Bahnhof Rosenthaler Platz. Da wir einiges vorhaben und recht flexibel unterwegs sein wollen, entscheiden uns fĂŒr die Berlin Welcome-Card. Kinder sind inklusive und fĂŒr einige Attraktionen gibt es ErmĂ€ĂŸigungen. Wir hoffen, damit eine gute Wahl getroffen zu haben und machen uns gleich auf den Weg zur East-Side-Galerie. Um uns adĂ€quat in die Geschichte stĂŒrzen zu können, stimmen wir uns erstmal mit einem DDR-Softeis ein. Die Piraten-Kneipe am anderen Ufer sieht recht chillig aus, wir sind aber gerade erst vom FrĂŒhstĂŒckstisch aufgestanden…East Side GalleryWeiter geht’s zum Alexanderplatz. Die Kinder haben auf der Autofahrt die CD „Die Feriendetektive: Jagd durch Berlin“ rauf und runter gehört und wollen unbedingt die Weltzeituhr sehen. Wir auch. Schnell eine Kleinigkeit unterm S-Bahn-Bogen gegessen. Mit Blick auf den Fernsehturm, rĂŒckt dieser immer nĂ€her ins Visier. Also kurzentschlossene PlanĂ€nderung zugunsten Fernsehturm-Eroberung. Obwohl keine Schlange zu sehen ist, betrĂ€gt die Wartezeit 1 Stunde. Da wir Tickets fĂŒr den Reichstag haben, wird es zeitlich etwas knapp. Also doch keine Besichtigung des Fernsehturms. Stattdessen bummeln wir Richtung Museumsinsel, vorbei am Hotel Radisson Blue, in dessen Foyer wir kurz den AquaDom (mit 15 m Höhe, 12 m Durchmesser und 1 Mio Liter Wasser das grĂ¶ĂŸte zylindrische Aquarium der Welt) bestaunen. Wir hĂ€tten gerne das Pergamonmuseum besucht, aber da das Babylon-Tor momentan renoviert wird, verschieben wir diesen Punkt auf den nĂ€chsten Berlin-Besuch :-)

Mit dem 100-er Bus geht es zum Reichstag. Tickets fĂŒr den Reichstag haben wir vorab online gebucht. Die KinderfĂŒhrung war leider schon ausgebucht. Trotzdem eine weise Entscheidung. Es lĂ€uft alles wie geschmiert. Kein Anstehen, kein Warten. Mit dem Fahrstuhl in der Reichstagskuppel angelangt, holen wir uns Audioguides fĂŒr die Kinder und die Erwachsenen. Langsam schlendern wir die Reichstagspassage hinauf, lauschen dabei den ErklĂ€rungen und beĂ€ugen Berlin von oben. Wieder unten angekommen, erfahre ich in der Fotoausstellung noch viele mir unbekannte Details und Aspekte ĂŒber die Teilung Berlins. Überhaupt wird uns dieses Thema die Tage begleiten und wollten wir eben dieses den Kindern und Teens nĂ€her bringen: die Geschichte Berlins und Deutschlands bzw. die unterschiedlichen Sichtweisen, PrĂ€gungen, Erfahrungen sind wir doch als Wossis unterwegs.

Bevor wir durch einen Zipfel Tiergarten zum Brandenburger Tor aufbrechen, noch schnell ein Foto mit Angela. Durch das wuselige Brandenburger Tor schreiten wir von West nach Ost, vorbei am Adlon-Hotel Richtung Unter den Linden.

Da sich das Holocaust-Denkmal ganz in der NĂ€he befindet, beschließen, dass die Kinder das auch noch schaffen. Alle sind beeindruckt: die Kids erkunden das Areal spielerisch, wir sind berĂŒhrt und in Gedanken versunken ob des Hintergrundes und der Bedeutung dieses Platzes.Holocaust

Tag 2

Nach einem gemĂŒtlichen FrĂŒhstĂŒck in der großen Ferienwohnung fahren wir zum Mauermuseum am Checkpoint-Charlie. In mir wirbeln die Gedanken und Erinnerungen ganz schön umher. Keine leichte Kost.

Eine echt Berliner Currywurst muss her. Aber nicht die aus dem ReisefĂŒhrer. Also unsere Berliner Freunde gefragt und auf zu Curry 36 am Mehringdamm in Kreuzberg. Komischerweise ist die Schlange am GemĂŒse-Döner gegenĂŒber noch lĂ€nger. Muss wohl auch ein „Geheimtipp“ sein. Denn erstaunlicherweise sind viele andere Touris hier unterwegs. Ich werde gleich von 2 Österreicherinnen gebeten, ein Foto von ihnen zu schießen. Soviel zum Thema Geheimtipp. Nun gut: die Currywurst ist lecker. Finden auch die Kids. Nachtisch gibt es eine Ecke weiter bei Vanille Marille. Ebenfalls ein Tipp unserer Freunde und diesmal wohl wirklich ein Geheimtipp. Hier ist es schon recht kiezig. Selbstgemachtes Eis, suuuperköstlich, schmeckt eindeutig nach mehr!!! Von hier ist die Bergdammstraße nicht weit: SecondhandlĂ€den, coole Cafes und Restaurants, entspannte Menschen. Kiezfeeling, so wie wir uns das vorstellen. Ich wĂŒrde gerne etwas lĂ€nger verweilen und in dem einen oder anderen LĂ€dchen kruschteln. Hier wĂŒrde ich so einiges finden, was ich nicht wirklich brĂ€uchte, mich aber sehr glĂŒcklich machen wĂŒrde :-) . Leider treiben mich die Kids weiter. Wieso nur????

Vanillle Marille

Endlich Madame Tussaud. Zumindest aus Sicht der Kinder: das Highlight schlechthin. Zugegebenermaßen wirklich cool gemacht. Auch hier haben wir die Tickets zuvor online bestellt, was uns ein Zeitfenster beschert (und wir uns tatsĂ€chlich nicht anstellen mĂŒssen) und 40 % Rabatt, was sich fĂŒr eine Familie wirklich lohnt.

Madame Tussaud1

Auf dem RĂŒckweg steigen wir eine S-Bahnstation frĂŒher aus, um unseren Kiez noch ein wenig zu erkunden. ZufĂ€llig entdecken wir in der NĂ€he der Neuen Synagoge die Heckmann-Höfe und bleiben spontan hĂ€ngen. Nach Stadtbummel und Sightseeing mĂŒssen sich die Kinder austoben und die Eltern ausruhen. Wir gönnen uns einen Drink und da es so gemĂŒtlich ist, spĂ€ter gleich noch eine Pizza. Abendbrot erledigt.

Tag 3

Heute wollen wir uns das neue Berlin anschauen -> ab zum Potsdamer Platz. Das Sony Center ist schnell abgehakt. Da wir den Fernsehturm ausließen, aber doch hoch hinaus wollen, rauschen wir im Kollhoff-Tower mit dem schnellsten Aufzug Europas innerhalb 20 s in 90 m Höhe.

Mit dem Bus zum Bahnhof Zoo mit GedĂ€chtniskirche und KurfĂŒrstendamm. Da es heute verdammt heiß ist, kĂŒhlen wir uns im neuen Bikini-Haus ab. Wir essen eine Kleinigkeit mit Blick aufs Affengehege des Berliner Zoos. Das gefĂ€llt auch den Kids.

Bikini

Nachdem wir uns am Lego Discovery Centre (von den Kindern unbemerkt) vorbeischmuggeln konnten, gelingt uns das beim Lego-Shop leider nicht, so dass die Youngster nun ihr Recht fordern und in den Lego-Shop einfallen wollen. Hier sind wir nun eine ganze Weile beschĂ€ftig. Auch gut. Im KaDeWe – Kaufhaus des Westens wollten wir eigentlich die grĂ¶ĂŸte Feinkostabteilung Europas in Augenschein nehmen, allerdings fĂŒhrt die Rolltreppe direkt ĂŒber die Spielzeugabteilung. So, jetzt sind die Kinder aber genug auf ihre Kosten gekommen 😉 : Mit dem 100-er Bus gibt es eine Abschiedsrunde vorbei an allen SehenswĂŒrdigkeiten, die wir sahen oder auch nicht sahen. UrsprĂŒnglich stand noch ein Spaziergang durch den Tiergarten mit Besteigung der SiegessĂ€ule auf dem Programm, aber die Kinder streiken. Na sowas. Drum der SiegessĂ€ule nur aus der Ferne zugewunken.

Aber so fĂ€llt fĂŒr uns Erwachsene doch noch der heißersehnte Abschluss-Cocktail im KatzOrange ab. Die Kinder fallen ermattet auf die Betten und chillen derweil in der Ferienwohnung. Das KatzOrange ist wie die Abende zuvor sehr gut besucht, so dass wir leider draußen keinen Platz ergattern. Drinnen ist es aber auch sehr stylisch. Mit Erstaunen stellen wir fest, dass sowohl das freundliche Personal als auch das restliche Publikum Englisch sprechen. Wir scheinen die einzigen deutschen IrrlĂ€ufer zu sein. Wie das? Mitten in Berlin-Mitte? Unser Kellner klĂ€rt uns auf: Dank guter Publicity in der New York Times und der Londoner Zeitung und ErwĂ€hnungen in englischsprachigen ReisefĂŒhrern, finden halt immer mehr englischsprachiges Publikum den Weg ins KatzOrange. Alles richtig gemacht!

KatzOrange

Nach 3 Tagen Großstadttrubel geht es im Anschluss zum AbhĂ€ngen in den Tropical Islands -> Mit dem Auto in die Tropen: In Flipflops durchs Tropical Islands.

GĂŒnstig unterwegs in Berlin:

  • FeWo statt Hotel buchen. Erstens mehr Platz fĂŒr Kind & Kegel, zweitens die Möglichkeit, zu Haus zu frĂŒhstĂŒcken oder zu vespern. Alternativ AirBnB, Wimdu, 9flats, Jugendherberge oder Couchsurfing ausprobieren. Empfehlungen fĂŒr Berlin-UnterkĂŒnfte findest Du auch in meinem Artikel: Berlin is calling
  • Picknick fĂŒr unterwegs einpacken
  • Tickets fĂŒr ausgewĂ€hlte SehenswĂŒrdigkeiten vorab online buchen, z.B. Madame Tussaud (bis zu 40 % gĂŒnstiger), Berliner Fernsehturm, Reichstag
  • Kombitickets nutzen: Madame Tussaud + Legocenter + Sealife
  • Welcome-Card oder evtl. andere Nahverkehrsangebote prĂŒfen
  • Reizvolle Alternative mit grĂ¶ĂŸeren Kindern oder Teens: Berlin erradeln
  • 100-er Bus fahren statt teurer Sightseeingtour: der 100-er Bus ist in der Regel als Doppelstockbus unterwegs und fĂ€hrt zwischen Alexanderplatz und Bahnhof Zoo an vielen SehenswĂŒrdigkeiten vorbei

Leibliches Wohl

Hier noch mal meine obengenannten Tipps in der Übersicht:

  • Curry 36: Die original Berliner Currywurst
  • Vanille Marille: Eismanufaktur mit superleckerem, selbstgemachten Eis, 100% natĂŒrlich
  • Bikini-Haus: viele kleinere und grĂ¶ĂŸere, in jedem Fall coole Restaurants, Bars, CafĂ©s und Imbissmöglichkeiten, z.B. das Funk you mit Panoramafenster zum Zoo oder die Monkey-Bar im 10. Stock, gekĂŒrt zu Europas beste Hotelbar
  • Heckmann-Höfe, z.B. Ristorante Garda
  • und nicht zuletzt KatzOrange, laut ArtBerlin: „das lĂ€ssige Restaurant mit regionaler Bio-KĂŒche auf Gourmet-Niveau, zwei brodelnde Bars in einer fabelhaften alten Villa“

Weiterschmökern

In meinem Artikel Berlin is calling habe ich einige Reiseblogartikel sowie StadtfĂŒhrer und Stadtmagazine empfohlen. Schaut doch einfach noch mal rein.

Leider habe ich Gela’s Artikel Stadtspaziergang : Unterwegs mit Kind in Berlin-Kreuzberg vom Reiseblog unterwegs mit Kind zu spĂ€t entdeckt. Sonst hĂ€tten wir auch noch Berlin-Kreuzberg unsicher gemacht. Aber wir brauchen ja ein Ziel fĂŒrs nĂ€chste Jahr, denn Berlin: wir kommen wieder!

Fazit

Wir haben Berlin in 3 Tagen mit 37.000 (Erwachsenen)-Schritte erkundet. Das sind ca. 26 km. Sogar die Kids und Teens (zwischen 1 m und 1,60 m) haben gut mitgemacht, von ein paar AnflĂŒgen der Langeweile mal abgesehen.

Welches sind Deine LieblingsplÀtze in Berlin? Wo sollten wir bei unserem nÀchsten Besuch einkehren, was den Kindern nicht vorenthalten, wo ist es schön kiezig?

Bilder: © flecken necken

1 Kommentare

  1. Liebe Conny,
    na, einen der besten EislĂ€den in Kreuzberg habt ihr ja gefunden. Der liegt auch auf der Route fĂŒr den Kiezspaziergang. NĂ€chstes Mal könnt ihr dann das KirmescafĂ© probieren … Danke fĂŒrs Verlinken!
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Gela

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