Fernweh, Stadtgeflüster
Schreibe einen Kommentar

Valencia: Experiment Haustausch (Teil 1)

Valencia

Rückblende Sommer 2015

Unser erster Haustausch führt uns nach Valencia an die Küste Spaniens. Warum Valencia? Wir wurden von den Valencianern gefunden und ja wieso eigentlich nicht? Wir sprechen beide Spanisch und sind von Land und Kultur begeistert. Das Schöne am Haustausch ist, dass man sich einfach überraschen lassen kann und zu Regionen aufbricht, die man ursprünglich nicht ins Auge gefasst hatte. Wir jedenfalls hatten nie über Urlaub in Valencia nachgedacht. Wäre unser erster Stadturlaoranges-1199773_1280ub mit Kindern. Von Valencia kannten wir nur die Orangen im Supermarkt. Das sollte sich ändern: also den Rechner angeschaltet und nach Valencia gegoogelt. Schon bald stand fest: Valencia, wir kommen!!! Valencia ist die drittgrößte Stadt Spaniens und steht zu Unrecht im Schatten Madrids und Barcelonas. Sogar die Kinder waren angefixt: das größte Aquarium Europas, einer der schönsten Safari-Zoos, Mittelmeer, Strand, Sonne…. Was will man mehr?

Wir sind ziemlich aufgeregt. Was wird uns erwarten, wird es uns gefallen, den Kindern? Wie werden wir unser Häuschen nach der Rückkehr wieder vorfinden? Im Vorfeld haben wir mit unseren Tauschpartner, einer Familie mit 4 Kindern, telefoniert und intensiv Informationen per Email ausgetauscht. „Unsere“ Spanier reisen mit dem Auto an. Wir fliegen.

Tag 1: Anreise

5 Uhr klingelt der Wecker, raus aus den Federn, alle Betten neu beziehen für unsere Gäste, S-Bahn-Fahrt zum Flughafen, Flug nach Valencia.

Am Flughafen werden wir von der Schwester unserer Tauschpartnerin abgeholt. Echt klasse, der persönliche Transfer: So brauchen wir uns keine Gedanken machen, wie wir am besten in die Stadt kommen und können auch gleich unser Spanisch testen. Vor der Abreise hatten wir für unsere Tauschfamilie noch ein paar typische regionale Leckereien eingeholt: Wein aus der Region, Maultaschen und Gummibärchen. Uns erwartet eine selbstgemachte Paella im Kühlschrank und eisgekühlter Sangria. Wow, ziemlich heiß in Spanien. Zum Glück hat die Wohnung im 8. Stock eine Klimaanlage. Die Lage der Wohnung ist echt topp: im angesagten Stadtviertel Ruzafa, fußläufig zum Park Turia mit der Stadt der Künste und Wissenschaften (Ciudad de las Artes y de las Ciencias). Gleich gegenüber der Supermarkt und Bushaltestelle. Aber das wussten wir bereits im Vorfeld, denn dank Google sind wir bereits online durch die Straßen spaziert.

Am Nachmittag erkunden wir die Umgebung und machen uns zu Fuß auf dem Weg zum Gulliver Park, einem tollen Spielplatz mit riesigem liegenden Gulliver im Turia Park. Einen ersten Eindruck über die Ausmaße der Parkanlagen bekommen wir bei einer Tour mit der Parkbahn.

Tag 2: Turia Park

Wir bummeln in den Tag hinein. Spätes Frühstück. Für heute haben wir Fahrräder bei „Rent a bike IN“ gleich in der Nähe vom Gulliver Park gemietet. Wir radeln durch den Stadtpark, im ehemaligen Flussbett des Rio Turia. Nach einer Überschwemmung Valencias im Jahr 1957, wurde der Rio Turia verlegt und inmitten der Stadt entstand ein ca. 9 km langer Park, der grüne Gürtel. An einem Ende der Bioparc und der Park Cabecera mit Tretbooten, am anderen Ende die Stadt der Wissenschaften. Hier lässt es sich wunderbar spazieren, joggen, radeln, sporteln, entspannen. Viele Bäume verschatten den Weg. Die Hitze ist heute erträglich. Es weht immer ein laues Lüftchen. Im Park gibt es Spielplätze und Sportel-Stationen, kleine Cafes säumen den Weg und laden zur Einkehr. Ein gemütlicher Tag.

Tag 3: Bioparc

Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus zum Bioparc. Der Zoo von Valencia gilt als einer der schönsten Tierparkanlagen Europas. Super toll angelegt und naturgetreu, wir kommen recht nah an die Tiere heran. Besonders angetan haben es uns die Lemure im Madagaskar-Areal sowie die Nilpferde, die wir in einem riesigen Becken bestaunen können. Wir schießen Hunderte Fotos. In der Nachmittagsshow sehen wir außer Geiern, Adlern, Eulen und Marabus auch Koyoten, Stachelschweine und einen Schakal. Wir sind restlos begeistert.

Tag 4: Oceanografico

Ab ins Oceanografico, dem größten Aquarium Europas. Es beheimatet eine Vielzahl von Meeresbewohnern, u.a. Haie, Delfine, Pinguine und Belugas. Draußen ist es wieder über 30 Grad heiß, aber es weht eine leichte Brise -> gut, dass die Aquarien alle unterirdisch sind. So viele bunte Fische!!! Im Unterwassertunnel sind wir umzingelt von Haien und Rochen.

Bei der Delfin Show wird den Leuten vorher ordentlich eingeheizt. Kinder und Erwachsene tanzen um die Wette. Jeder möchte die Delfine streicheln. Dann proben wir die La Ola – Welle im Delfinarium. Alles jubelt, danach wirbeln die Delfine durch die Lüfte. Heimmarsch alles zu Fuß, 15.800 Schritte. Wir sind platt und freuen uns auf den Komfort der Wohnung mit Klimaanlage.

Tag 5: Ciudad de Sciencia

Wir bummeln in den Tag hinein. Frühstück um 10Uhr. Wir schreiben Postkarten und verbringen den Vormittag in der klimatisierten Bude. Alles ganz entspannt. Dann geht es zur Ciudad de Sciencia in die Wissenschaftsmuseum Principe Felipe. Es ist eine Mischung aus Experimenta und Museum. Museum 1Lebensläufe von bedeutenden Wissenschaftlern, Erdbeben, Erdbewegung im All, Kommunikation per Telefon, Fax, Fernsehen, Bedeutung von Holz usw. usw. natürlich alles auf Spanisch und Englisch. Nach 3h sind wir platt und fußlahm. Haben uns fast alles angesehen. Auf dem Fußmarsch nach Hause machen wir Stopp in einer Horchateria mit Eis und Empanadas. Horchata = Erdmandelmilch, eine typisch valencianische Köstlichkeit, leicht süßlich, total lecker, erfrischend und obendrein noch megagesund. Horchata kann man im Supermarkt kaufen oder an einem Stand auf der Straße, frisch zubereitet.

Tag 6: Strandtag

Mit dem Auto der Gastfamilie fahren wir nach El Perello, einem kleinen Ort an der Küste, ca. 20 km südlich von Valencia. Wir dürfen den Zweitwagen nutzen, sehr praktisch für Ausflüge außerhalb der Stadt. In der Stadt benötigen wir das Auto nicht. Es ist alles super zu Fuß, per Fahrrad oder Bus und U-Bahn erreichbar. In El Perello erwartet uns eine Freundin der Gastfamilie. Sie wohnt mit ihrer Familie in einer Wohnung direkt am Strand, in einer typisch spanischen Ferienanlage (die Freundin lebt dort dauerhaft, die Glückliche!). Viele Spanier haben eine Zweitwohnung am Meer oder in den Bergen, um dort den heißen Sommer zu verbringen. Ein Blick in die Wohnung, dann an den Strand. Das Wasser ist toll. Der Wind ist warm.

Zur Wohnanlage gehören auch zwei Swimmingpools. Diese dürfen nur von den Bewohnern der Ferienanlage genutzt werden. Und von uns, denn wir sind ja Freunde. :-) Zur Mittagspause ist der Swimmingpool leer. Die Spanier halten Siesta. Also erobern wir den Pool und haben ihn tatsächlich ganz für uns alleine. So fühlt sich Urlaub an. Ebenfalls zur Ferienanlage gehört ein kleines Restaurant, der Club Social. Ebenso wie der Pool ist dieser den Bewohnern der Ferienanlage vorbehalten. Also auch uns. Auch hier sind wir wieder antizyklisch unterwegs, in diesem Fall zu spät. Es ist 16:00 Uhr, die Siesta beendet (die Spanier gehen jetzt wieder baden) und von daher leider schon Küchenschluß als unser Magen beschließt, Hunger zu haben. Bleiben nur Bocadillos (belegte Baguettes) zur Auswahl, die Kinder sind begeistert, wir müssen noch weitere Sandwiches nachbestellen. Am Abend sehen wir rot. Sonnenbrand! Die Spanier werden schon wissen, warum sie in der Mittagshitze Siesta halten, aber der leere Pool war einfach zu verlockend.

Perello_Pool

Teil 2 des Reiseberichtes findest Du hier.

Bilder: © flecken necken, Pixabay

Kommentar verfassen